Allen die sich auf motorisierten Rädern bewegen oder bald bewegen wollen: Ein herzliches Willkommen!

Hier gibt es Informationen und Tipps für Fahrschüler, Anfänger und Kraftfahrer, die wissen, dass sie noch nicht alles wissen.

Montag, 1. Februar 2016


Prüfung bestanden? Herzlichen Glückwunsch!
Nun denn, das hätten wir erst einmal. Das gibt einem doch ein angenehmes Gefühl, diese hübsche Karte nun auch in der Tasche zu haben.

Aber jetzt meine Freunde, heißt; es aufgepasst!  Denn nun ist die schöne Zeit vorbei, dass ein alles sehender Fahr­lehrer neben einem saß und im Notfall geschwind ins Lenk­rad griff oder mal eben die Bremse betätigte. Oder durch eine paar nebenbei hingesagte Worte verhütete, dass man sich in eine schwierige Situation überhaupt erst hinein­ manövrierte. Jetzt steckt man in dieser Situation plötz­lich drin und muss sich selbst helfen. Bei Licht betrachtet beginnt jetzt eigentlich erst der Lernvorgang. Der Führerschein ist also nur die Berechti­gung, ohne Fahrlehrer weiterzulernen« Sind wir uns doch darüber im Klaren, dass die Fahrausbildung gar nicht voll­ständig sein kann  und das Wort "vollkommen" nehme ich überhaupt nicht in den Mund. Es gibt weiß Gott wieviele Dinge, welche mangels Gelegenheit niemals geschult worden sind - man denke einmal an das Fahren in Schnee, was ja im Juli schlecht trainierbar ist - und mit diesen Problemen muss der frischgebackene Führerscheinbesitzer eben selbst fertig werden.
Machen Sie aber bitte nicht den Fehler und legen Ihren frisch erworbenen Führ erschein auf Eis, vielleicht weil Sie noch kein eigenes Auto haben. Kaufen Sie sich eine billige alte Karre oder notfalls mieten Sie ein Auto.  Bleiben Sie auf jeden Fall in der Übung. In Übung bleibt man nicht, wenn man nur gelegentlich sonntags mal ein paar Kilometerchen durch die Landschaft schleicht.
Of't; wird sich der Anfänger erst einmal nur wohl im Auto fühlen, wenn ein erfahrener Fahrer neben ihm sitzt.
Vergesse Sie aber nicht, wie es einem solchen Fahrer zumute ist, wenn ein Fahrküken am Steuer sitzt das womöglich noch offensichtlich Angst hat. Da hat der Nebensitzer mindestens gleichviel Ängste! Besonders wenn ihm auch das Auto, das gute Stück, noch selbst gehört. Denn er hat ja im Gegensatz zum Fahrlehrer .keine Eingreifmöglichkeit in Kupplung und Bremse und einem anderen Fahrer ins Lenkrad zu greifen, ist auch für den erfahrenen Kraftfahrer ungewohnt. Außerdem besteht da ein juristisches Problem.  Aus dieser Angst des Beifahrers ergeben sich häufig für den Anfänger sehr ungünstige Überreaktionen des Beifahrers: er schreit den Anfänger an, weil er sich anders nicht zu helfen weiß. Da ist es sicher besser, der Führerschein-Neuling setzt sich ganz alleine in ein Auto und fährt einfach los. Kopf hoch und Augen auf!
Junge Leute haben da meist sehr wenig Bedenken. Das ist ganz richtig so - nur darf die Fahrweise nicht gleich bedenklich werden. Ich weiß da einen sehr bösen Fall:

Ein Automechaniker-Lehrling fuhr während der Fahrausbildung nicht nur gut, sondern ausgezeichnet. Auf der Landstraße musste der .Fahrlehrer zwar hin-und wieder mahnen, nicht zu schnell zu werden, den Ermahnungen wurde aber immer sofort Folge geleistet» Die Prüfüng verlief wie erwartet, mit Auszeichnung. Zuhause wartete schon ein eigenies Auto, ein Fiat  Tags darauf überholte dieser Lehrling seine eigene Mutter auf einer Landstraße. Er überholte mit hoher Ge­schwindigkeit in eine Linkskurve hinein, verlor die Kontrolle über das Fahrzeug, flog nach rechts hinaus, knallte seitlich gegen einen Baum und hatte sich dabei  tötliche Verletzungen zugezogen.
Jetzt fragt man sich, war nun der Fahrlerer schuld? Hat es an der Ausbildung gefehlt? Oder war die Prüfung zu lasch? Oder wurde der Anfänger nicht häufig genug auf die Ge­fahren des schnellen Fahrens hingewiesen? Ich glaube, schuld war die Selbstüberschätzung.  Ausgelöst auch durch die Tatsache, dass das Fahren mit dem Fahrlehrer auch keinerlei Schwierigkeiten machte. Es ist halt schwierig, einen für das Fahren durchaus talentierten jungen Mann so zu programmieren, dass nachher, ohne Auf­sicht, nicht die PS mit ihm durchgehen.
Um die Folgen solcher Selbstüberschätzung gar nicht ein­treten zu lassen, möchte ich nachfolgend einmal aufzäh­len, welche Fahrvorhaben immer genau vorher durchdacht werden sollten, solange noch keine wirklich ausreichende Fahrpraxis vorhanden ist.
  1.       Schnellfahrten auf der Landstraße zur Erzielung einer bestimmten hohen Geschwindigkeit, insbe­sondere zu Vergleichszwecken mit anderen.
  2.         Nachtfahrten über längere Strecken, insbeson­dere in fremder Gegend.
  3.     Fahrten in das Ausland, insbesondere in fremdsprachigen Städten und gar noch Linksverkehr (England).
  4.        Fahrten im Gebirge, falls dieses ungewohnt ist.
  5.           Autobahnfahrten bei schwierigem Wetter, wie Nebel, Starkregen und Schneetreiben.
  6.          Fernfahrten zu Zeiten« wenn "die ganze Nation" unterwegs ist,  (Pfingsten» Heiligabend ete.)
  7.       Fahrten mit Wohnanhänger, Boots- oder Segelflugzeugtrailer. Fahrtechnik mit Anhängern muss gelernt sein .Das gilt auch, wenn man „BE“ gemacht hat. Fahrschulen haben oft nur kleine übersichtliche Hänger dafür.
  8.      Ungewohnte Großfahrzeuge nur nach entsprechender Anleitung und Beaufsichtigung fahren, auch wenn der Führerschein dafür gültig ist. Dazu gehören auch landwirtschaftliche Schlepper und Bauma­schinen»
  9.        Fahrten zur Selbstdarstellung, insbesondere wenn junge Damen dabei sind,
  10.        Fahrten. bei schlechter gesundheitlicher Verfassung wozu bei Damen eventuell auch die Zeit der Regel gehören kann,

Die Einhaltung dieser "zehn Gebote" schützt den Führerscheinfrischling sicher nachhaltiger vor Schaden als ein "Anfänger" Schild im Heckfenster. Wobei diese Aufzählung keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Es gibt sicher viele Vorhaben, die mir im Augenblick nicht einfallen und die der Neuling dennoch möglichst meiden sollte.
 Aber verstehen Sie mich jetzt ja nicht falsch, Unter keinen Umständen sollen Sie sich jetzt nur bei allerschönstem Bilderbuchwetter ans Steuer wagen oder aus jeder schwierigen Situation ein Problem machen oder, schlimmer noch, sich nur mit Herzklopfen ans Lenkrad setzen. Nein, das meine ich nicht« Ich meine nur. Sie sollten nichts über das Knie brechen und sich an die schwierigeren Sachen erst einmal langsam herantasten. Sie werden es schon merken, viele Schwierigkeiten lassen sich gar nicht voraussehen« Da steckt man plötzlich drin und muss sie meistern. Und dann werden Sie sehen, es geht doch.

Deshalb feiern Sie heute mit Freunden Ihren neuen Führerschein und sehen Sie zu, dass Sie möglichst bald ein Auto zu Ihrer freien Verfügung haben. Und dann genießen Sie Ihre neue Freiheit. Viel Spaß!

Montag, 11. Mai 2015

Das Schöne an der STVO ist, sie gilt nur für Andere.


In meiner Fahrschule habe ich beim ersten Theorieunterricht immer mal gefragt, was denn die Schüler selbst so meinen, ob man überhaupt eine Straßenverkehrsordnung brauche. Bei ein wenig Guten Willen und gegenseitiger Rücksicht, gehe es doch auch so.
Erstaunlicherweise waren eigentlich die meisten doch für die STVO.  Um so mehr wundert es mich, wie sich viele Verkehrsteilnehmer auf unseren Straßen so verhalten. Da wird beim Spurwechsel oder Abbiegen kaum noch geblinkt, immer zu wenig Abstand zum Vordermann gehalten, gegen die Fahrtrichtung geparkt, Geschwindigkeitsgrenzen nicht eingehalten,  zu schnell über Rechts-vor Links-Kreuzungen gefahren, Rotlicht missachtet, vom Falschparken gar nicht zu reden. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
 
Ich meine dazu: Ohne Regeln kann eine Gemeinschaft nicht zusammen leben. Allerdings hat die Menschheit die Kulturstufe, die erforderlich ist, um jederzeit und freiwillig diese Regeln einzuhalten, noch nicht erreicht. Mit anderen Worten: Wenn keine Kontrolle zu erwarten ist, meinen Viele, machen zu können was sie wollen und was ihnen vermutete Vorteile bringt.
Das trifft nicht nur auf die Verkehrsmoral zu, aber nur davon ist hier die Rede.

Ich bin sicher, dass auch die Fahrschulen und der TÜV eine Mitschuld an den Defiziten der Kraftfahrer haben. Bei vielen Fahrschulen bleibt die wirklich gute Ausbildung wegen des Wettbewerbs auf der Strecke. Bei üblichen Handelswaren sorgt mangelnde Qualität von allein dafür, dass sie nicht gekauft werden. Bei Fahrausbildung ist das leider nicht der Fall, weil niemand weiß, wie man eine weniger gute Fahrschule von der guten unterscheidet. Das bedeutet, dass auch mangelhafte Qualität nicht dafür sorgt, dass das Unternehmen sich bessert.
Der Wettbewerb findet  hauptsächlich über den Preis statt. Dennoch: den Schaden hat letztlich der Kunde – ein Beispiel dafür sind die hohen Versicherungsprämien für Fahranfänger.





Mittwoch, 19. März 2014

Doch, ich bin noch aktiv...

Aber hier in diesem Blog habe ich wirklich schon fast alles geschrieben, was in dieses Thema reinpasst.
Aktuell findet man mich auch auf www.Twitter.com unter  Manfred@der_auto_autor
Ich habe eine Methode gefunden, mit der man die bescheuerte 140 Zeichen Regel umgehen kann.
Die ist dann sehr interessant, weil man die Zielgruppe seines tweets über den Hashtag # genau definieren kann.
Die Methode findet ihr unter twitlonger.com Ich bin nicht sicher, ob das den twitter-Leuten gefällt, aber sie können wahrscheinlich nichts dagegen machen.
Manfred