Man mag sich wundern, warum in diesem Blog schon so lange kein neuer Beitrag zu lesen war.
Ich glaube, zum Thema Fahren lernen ist hier in so vielen Posts alles schon besprochen.
Deshalb meine Empfehlung für alle Leser:
Schaut einmal nach in den bisherigen Beiträgen!
Sollte aber jemand einen Vorschlag machen, über welches Thema hier noch nicht geschrieben wurde, nehme ich es gerne zur Kenntnis und überlege, was ich dazu zu sagen hätte.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es nach wie vor zu viele schlechte Fahrschulen gibt, wobei der Schüler aber kaum eine Chance hat, diese rechtzeitig zu erkennen. Vielleicht hilft hier mein Buch "Führerschein? Keiner ist zu blöd! - Die Wahrheit über deutsche Fahrausbildung." ein wenig. Das gibt's im Buchhandel.: ISBN 13-978-3-8370-0645-2, Preis € 8,90
Allen die sich auf motorisierten Rädern bewegen oder bald bewegen wollen: Ein herzliches Willkommen!
Hier gibt es Informationen und Tipps für Fahrschüler, Anfänger und Kraftfahrer, die wissen, dass sie noch nicht alles wissen.
Montag, 22. November 2010
Freitag, 4. Juni 2010
Ist ein Vor-Training für Fahranfänger sinnvoll und möglich?
Das kommt darauf an. Eine Fahrausbildung befasst sich zunächst einmal mit der Handhabung des Fahrzeuges.
Jugendliche meinen sehr oft, das dies überhaupt kein Problem darstellt – jedermann weiß doch, wie so ein Auto funktioniert. Oberflächlich gesehen ist das auch so – wenn man aber ins Detail geht, bestehen da doch meist erhebliche Wissenslücken oder –schlimmer – Falschinformationen.
Die wirklich schwierigen Zeiten der Fahrzeughandhabung sind allerdings vorbei – welche Schwierigkeiten ein unsynchronisiertes Schaltgetriebe früher den Anfängern gemacht hat, kann der heutige Fahrschüler nicht einmal im Ansatz ermessen.
Diejenigen, die das noch gelernt haben, können einen heutigen Schaltwagen ganz ohne Kupplungsbenutzung bewegen.
Also das ist nicht der Punkt.
Heutige Handhabungsprobleme entstehen durch die Notwendigkeit, das Fahrzeug praktisch automatisch zu bedienen. (Das jetzt bitte nicht mit einem Schaltautomaten verwechseln!) Die Abläufe sind nämlich zunächst, bevor sie in „Fleisch und Blut“ übergegangen sind, doch recht komplex. Das beginnt bei der Kunst des Anfahrens – also der Kupplungsbeherrschung. Jeder Anfänger weiß, dass dies gar nicht so einfach ist – und ich, als Fahrlehrer, weiß, dass sehr viele Prüflinge das immer noch nicht richtig können, weil die Fahrlehrer nicht die erforderliche Zeit darauf verwenden, dies richtig zu schulen.
Was da wirklich Sache ist, merkt der Anfänger, wenn er an einem steilen Berg kurz hinter einem Hindernis (anderes Auto) steht, nicht zurückrollen darf (da steht wieder einer), die Straße auch noch schmal ist, und er nun langsamst da herausjonglieren muss. Da beherrscht er entweder die Kupplung, oder es kracht. Bei keiner Prüfung wird diese Aufgabe verlangt – und deshalb auch von Fahrschulen nicht gelehrt.
Weiter geht es mit der Handhabung des Schalthebels. Bis ein Anfänger dabei nicht immer wieder auf seine Finger schaut, dauert es auch oft sehr lange. Im Verkehr ist dafür aber leider keine Zeit. Auch das ist eine Frage der richtigen Handführung. Der übliche „Kronengriff“ ist ganz falsch.
Die Bedienung des Lenkrades erscheint einfach. Was da einfach ist, ist die falsche Handhabung, welche im Extremfall (leider doch zu oft) dazu führt, dass der Anfänger die Kontrolle verliert und womöglich in den Gegenverkehr kracht. Nur wenige Fahrlehrer nehmen sich die (erforderliche) Zeit, das wirklich richtig zu lehren und ich habe manchmal den Eindruck, dass sie es selbst nicht wissen, wie es idealerweise zu handhaben wäre. (Ergonomie ist da gefragt, die Wissenschaft von der Mensch/Maschine-Schnittstelle).
Also diese 3 wichtigen Dinge: Anfahren – Schalten – Lenken könnten sich ohne weiteres im Voraus so weit trainieren lassen, dass die Abläufe nachher in der Fahrschule bereits automatisiert sind. Wieviel Fahrübungen der Fahrschule das erspart, ist unterschiedlich. Bei einer Fahrschule, die sowieso nur das absolute Minimum schult (ob das wohl gut ist?), kann man nichts mehr sparen, aber dann viel, viel besser sein.
Allerdings ist es hier wie auch im Sport: Für das Training braucht man eine kompetente Anleitung und möglichst auch noch einen Trainer – der heißt hier „Einweiser“.
Ich habe mir die Mühe gemacht und eine 70-seitige Anleitung geschaffen, wie man mit den Möglichkeiten des Privatmanns dieses Training durchführen kann. Wer sich dafür interessiert, findet Näheres unter Praktippkum Privatausbildung-Leitfaden
Jugendliche meinen sehr oft, das dies überhaupt kein Problem darstellt – jedermann weiß doch, wie so ein Auto funktioniert. Oberflächlich gesehen ist das auch so – wenn man aber ins Detail geht, bestehen da doch meist erhebliche Wissenslücken oder –schlimmer – Falschinformationen.
Die wirklich schwierigen Zeiten der Fahrzeughandhabung sind allerdings vorbei – welche Schwierigkeiten ein unsynchronisiertes Schaltgetriebe früher den Anfängern gemacht hat, kann der heutige Fahrschüler nicht einmal im Ansatz ermessen.
Diejenigen, die das noch gelernt haben, können einen heutigen Schaltwagen ganz ohne Kupplungsbenutzung bewegen.
Also das ist nicht der Punkt.
Heutige Handhabungsprobleme entstehen durch die Notwendigkeit, das Fahrzeug praktisch automatisch zu bedienen. (Das jetzt bitte nicht mit einem Schaltautomaten verwechseln!) Die Abläufe sind nämlich zunächst, bevor sie in „Fleisch und Blut“ übergegangen sind, doch recht komplex. Das beginnt bei der Kunst des Anfahrens – also der Kupplungsbeherrschung. Jeder Anfänger weiß, dass dies gar nicht so einfach ist – und ich, als Fahrlehrer, weiß, dass sehr viele Prüflinge das immer noch nicht richtig können, weil die Fahrlehrer nicht die erforderliche Zeit darauf verwenden, dies richtig zu schulen.
Was da wirklich Sache ist, merkt der Anfänger, wenn er an einem steilen Berg kurz hinter einem Hindernis (anderes Auto) steht, nicht zurückrollen darf (da steht wieder einer), die Straße auch noch schmal ist, und er nun langsamst da herausjonglieren muss. Da beherrscht er entweder die Kupplung, oder es kracht. Bei keiner Prüfung wird diese Aufgabe verlangt – und deshalb auch von Fahrschulen nicht gelehrt.
Weiter geht es mit der Handhabung des Schalthebels. Bis ein Anfänger dabei nicht immer wieder auf seine Finger schaut, dauert es auch oft sehr lange. Im Verkehr ist dafür aber leider keine Zeit. Auch das ist eine Frage der richtigen Handführung. Der übliche „Kronengriff“ ist ganz falsch.
Die Bedienung des Lenkrades erscheint einfach. Was da einfach ist, ist die falsche Handhabung, welche im Extremfall (leider doch zu oft) dazu führt, dass der Anfänger die Kontrolle verliert und womöglich in den Gegenverkehr kracht. Nur wenige Fahrlehrer nehmen sich die (erforderliche) Zeit, das wirklich richtig zu lehren und ich habe manchmal den Eindruck, dass sie es selbst nicht wissen, wie es idealerweise zu handhaben wäre. (Ergonomie ist da gefragt, die Wissenschaft von der Mensch/Maschine-Schnittstelle).
Also diese 3 wichtigen Dinge: Anfahren – Schalten – Lenken könnten sich ohne weiteres im Voraus so weit trainieren lassen, dass die Abläufe nachher in der Fahrschule bereits automatisiert sind. Wieviel Fahrübungen der Fahrschule das erspart, ist unterschiedlich. Bei einer Fahrschule, die sowieso nur das absolute Minimum schult (ob das wohl gut ist?), kann man nichts mehr sparen, aber dann viel, viel besser sein.
Allerdings ist es hier wie auch im Sport: Für das Training braucht man eine kompetente Anleitung und möglichst auch noch einen Trainer – der heißt hier „Einweiser“.
Ich habe mir die Mühe gemacht und eine 70-seitige Anleitung geschaffen, wie man mit den Möglichkeiten des Privatmanns dieses Training durchführen kann. Wer sich dafür interessiert, findet Näheres unter Praktippkum Privatausbildung-Leitfaden
Freitag, 30. April 2010
ADAC ermittelt: 40% sind Blinkmuffel. WARUM?
Eigentlich ist der Arbeitsaufwand, um einen Blinker zu setzen, ohne Muskelkater zu verkraften. Dennoch wird tatsächlich sehr häufig nicht geblinkt, obwohl es Vorschrift ist und insbesondere auch notwendig wäre.
Denn wenn wir mal davon ausgehen, dass Unfälle nicht mutwillig herbeigeführt werden, beruhen sie oft schlicht auf Missverständnissen. „Herr Richter, ich habe gemeint, der Unfallgegner wolle geradeaus fahren und dann ist er doch abgebogen – und zwar ohne ein Zeichen zu geben!“ Der Leser mag selbst überlegen, wie dieser Prozess wohl für den Blinkmuffel ausgehen wird.
Deshalb ist ein wichtiges Gebot im Straßenverkehr: Deutlich fahren! Die eigenen Absichten für andere erkennbar machen.
Soweit so gut – wird jeder, vermutlich auch der Blinkmuffel, zugestehen. Um warum blinken 40% doch nicht?
Ich glaube es zu wissen: Es liegt an der Lenkradhaltung. Das ist schon interessant, wie die Leute ihr Lenkrad anfassen. In meiner Anleitung für private Vorausbildung „Praktipps“ habe ich dieses Thema ausführlich behandelt. Um hier mal kurz das Fazit zu bringen: Außer bei Manövern, die große Lenkeinschläge erfordern, wie z.B. Einparken, sollten die Hände waagrecht am Lenkrad liegen. Also die linke Hand zwischen 8 und 10 Uhr und die Rechte zwischen 2 und 4, höchstens 5 Uhr.
Bei Kurvenfahrt wird die Lenkung klein-klein, der Kurve entsprechend, nachgeschoben oder nachgezogen – in jedem Fall also kurz nachgegriffen.
Bei dieser Lenkart sind plötzlich - wie durch ein Wunder – die Schalter für Blinken, Ablend/Fernlicht, Hupe und Scheibenwischer in Reichweite der Finger, ohne dass man den Griff umsetzen muss.
Denn das ist der Grund, warum nicht geblinkt wird: Wenn die Hand in der Kurve oben bei 12 Uhr oder noch schlimmer, schon auf der anderen Seite des Lenkrades ist, wird nicht zurückgegriffen, um den Blinkerschalter zu erreichen.
Weshalb gibt’s dann immer mal wieder deswegen einen Unfall? Falsche Lenktechnik und Faulheit.
Übrigens: Ich muss es immer wieder erwähnen: Für den Motorradfahrer ist es lebensgefährlich, wenn er den Blinker vergisst zurückzunehmen. Und das kommt sehr oft vor, weil man als Motorradfahrer nicht zur Kontrollleuchte schauen kann. Und die eigentlich dringend erforderliche Kontroll-Piepse ist weder vorgeschrieben noch vorhanden.
An meiner Vespa habe ich sie nachgerüstet, weil ich nicht mal an einem Einfahrer meine Knochen brechen will, weil der gemeint hat, ich wolle rechts einbiegen.
Fahrofix
Denn wenn wir mal davon ausgehen, dass Unfälle nicht mutwillig herbeigeführt werden, beruhen sie oft schlicht auf Missverständnissen. „Herr Richter, ich habe gemeint, der Unfallgegner wolle geradeaus fahren und dann ist er doch abgebogen – und zwar ohne ein Zeichen zu geben!“ Der Leser mag selbst überlegen, wie dieser Prozess wohl für den Blinkmuffel ausgehen wird.
Deshalb ist ein wichtiges Gebot im Straßenverkehr: Deutlich fahren! Die eigenen Absichten für andere erkennbar machen.
Soweit so gut – wird jeder, vermutlich auch der Blinkmuffel, zugestehen. Um warum blinken 40% doch nicht?
Ich glaube es zu wissen: Es liegt an der Lenkradhaltung. Das ist schon interessant, wie die Leute ihr Lenkrad anfassen. In meiner Anleitung für private Vorausbildung „Praktipps“ habe ich dieses Thema ausführlich behandelt. Um hier mal kurz das Fazit zu bringen: Außer bei Manövern, die große Lenkeinschläge erfordern, wie z.B. Einparken, sollten die Hände waagrecht am Lenkrad liegen. Also die linke Hand zwischen 8 und 10 Uhr und die Rechte zwischen 2 und 4, höchstens 5 Uhr.
Bei Kurvenfahrt wird die Lenkung klein-klein, der Kurve entsprechend, nachgeschoben oder nachgezogen – in jedem Fall also kurz nachgegriffen.
Bei dieser Lenkart sind plötzlich - wie durch ein Wunder – die Schalter für Blinken, Ablend/Fernlicht, Hupe und Scheibenwischer in Reichweite der Finger, ohne dass man den Griff umsetzen muss.
Denn das ist der Grund, warum nicht geblinkt wird: Wenn die Hand in der Kurve oben bei 12 Uhr oder noch schlimmer, schon auf der anderen Seite des Lenkrades ist, wird nicht zurückgegriffen, um den Blinkerschalter zu erreichen.
Weshalb gibt’s dann immer mal wieder deswegen einen Unfall? Falsche Lenktechnik und Faulheit.
Übrigens: Ich muss es immer wieder erwähnen: Für den Motorradfahrer ist es lebensgefährlich, wenn er den Blinker vergisst zurückzunehmen. Und das kommt sehr oft vor, weil man als Motorradfahrer nicht zur Kontrollleuchte schauen kann. Und die eigentlich dringend erforderliche Kontroll-Piepse ist weder vorgeschrieben noch vorhanden.
An meiner Vespa habe ich sie nachgerüstet, weil ich nicht mal an einem Einfahrer meine Knochen brechen will, weil der gemeint hat, ich wolle rechts einbiegen.
Fahrofix
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